Pimentos de Padrón: Nährwerte und Inhaltsstoffe

Pimentos de Padrón: Nährwerte und Inhaltsstoffe

Wer Pimentos de Padrón kennt, kennt auch das kleine Spiel dabei: Die meisten Schoten schmecken mild und süßlich, eine von etwa zehn brennt überraschend scharf. Was diese kleinen grünen Paprikaschoten aus der galicischen Region Padrón ernährungsphysiologisch leisten, wird dagegen selten diskutiert. Dabei lohnt ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe durchaus.

Kalorien und Makronährstoffe

Pimentos de Padrón sind ausgesprochen kalorienarm. 100 Gramm rohe Schoten liefern je nach Reifegrad zwischen 27 und 33 Kilokalorien. Der Kohlenhydratanteil liegt bei etwa 5 bis 6 Gramm, davon gut 3 Gramm Zucker. Der Proteingehalt ist mit rund 1,3 Gramm für eine Gemüsesorte solide, der Fettgehalt mit unter 0,5 Gramm vernachlässigbar gering. Ballaststoffe steuern etwa 2 Gramm pro 100 Gramm bei, was die Sättigungswirkung trotz des niedrigen Kaloriengehalts etwas verlängert.

Relevant wird diese Rechnung vor allem dann, wenn man bedenkt, dass Pimentos de Padrón traditionell in reichlich Olivenöl gebraten werden. Eine typische Tapas-Portion von 150 Gramm gebratenen Schoten enthält durch das Öl schnell 120 bis 150 Kilokalorien statt der etwa 45, die die rohen Schoten mitbringen würden. Das Öl ist also der eigentliche Kalorienfaktor, nicht die Paprika selbst.

Vitamin C: mehr als erwartet

Der auffälligste Mikronährstoff ist Vitamin C. Pimentos de Padrón enthalten roh etwa 80 bis 120 Milligramm Ascorbinsäure pro 100 Gramm, also deutlich mehr als Orangen (rund 50 Milligramm pro 100 Gramm). Der empfohlene Tagesbedarf für Erwachsene liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung bei 95 bis 110 Milligramm. Eine mittelgroße Tapas-Portion dieser Paprika kann diesen Bedarf also rechnerisch vollständig decken.

Allerdings ist Vitamin C hitzeempfindlich. Beim scharfen Anbraten in der Pfanne gehen Schätzungen zufolge 30 bis 50 Prozent des Gehalts verloren, je nach Bratdauer und Temperatur. Wer Pimentos de Padrón kurz und bei hoher Hitze anbrät, also so wie es traditionell gemacht wird, verliert weniger Vitamin C als bei langem, schonenderem Schmoren.

Capsaicin, Carotinoide und weitere Pflanzenstoffe

Der variable Schärfegrad der Schoten hängt vom Capsaicingehalt ab. Milde Exemplare enthalten kaum messbare Mengen, scharfe Ausreißer können Werte von mehreren hundert Mikrogramm Capsaicin pro Gramm Frischgewicht erreichen, vergleichbar mit leicht scharfen Jalapeños. Capsaicin selbst wird in der Forschung mit entzündungshemmenden Eigenschaften und einer möglichen Unterstützung des Stoffwechsels in Verbindung gebracht, wobei die Mengen in Pimentos für pharmakologische Effekte in der Regel zu gering sind.

Interessanter sind die Carotinoide. Pimentos de Padrón enthalten Beta-Carotin sowie Lutein und Zeaxanthin. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, Lutein und Zeaxanthin gelten als schützend für die Netzhaut. Die genauen Gehalte schwanken je nach Anbaubedingungen und Reifegrad stark, liegen aber im Bereich anderer grüner Paprikasorten, also zwischen 200 und 500 Mikrogramm Beta-Carotin pro 100 Gramm. Fettlösliche Carotinoide werden übrigens durch das Anbraten in Olivenöl besser vom Körper aufgenommen als aus rohem Gemüse.

Zusätzlich enthalten die Schoten Flavonoide wie Quercetin und Luteolin, die als Antioxidantien wirken. Diese Verbindungen sind vergleichsweise hitzestabil und bleiben beim Braten weitgehend erhalten.

Mineralstoffe im Überblick

Der Mineralstoffgehalt von Pimentos de Padrón ist solide, aber nicht spektakulär. Besonders erwähnenswert sind:

  • Kalium: etwa 175 bis 210 Milligramm pro 100 Gramm, relevant für die Regulierung des Blutdrucks
  • Magnesium: rund 12 Milligramm pro 100 Gramm
  • Eisen: etwa 0,4 Milligramm pro 100 Gramm, in Kombination mit dem hohen Vitamin-C-Gehalt aber relativ gut verwertbar
  • Phosphor: etwa 25 Milligramm pro 100 Gramm

Natrium ist von Natur aus kaum vorhanden, weshalb der oft großzügig aufgestreute Meersalz bei der Zubereitung den Natriumgehalt der fertigen Tapas dominiert.

Pimentos in der Praxis: Zubereitung und ernährungsphysiologischer Kontext

Wer sich für die klassische Zubereitung interessiert, findet bei Pimentos eine detaillierte Anleitung, die auch auf die Auswahl der Schoten eingeht. Die Zubereitung ist simpel: Die Schoten werden in gut erhitztem Olivenöl unter gelegentlichem Schwenken gebraten, bis die Haut blasen wirft und leicht gebräunt ist, dann mit grobem Meersalz serviert.

Ernährungsphysiologisch ist diese Kombination nicht unklug. Das Olivenöl liefert einfach ungesättigte Fettsäuren, verbessert die Aufnahme fettlöslicher Pflanzenstoffe wie der Carotinoide und macht die Tapas sättigender. Wer die Kalorienzufuhr im Blick behalten möchte, kann die Ölmenge auf ein Minimum reduzieren, sollte aber mit einer beschichtet-trockenen Pfanne oder einem leichten Ölfilm arbeiten, damit die Schoten nicht verbrennen.

Für wen sind Pimentos de Padrón besonders interessant?

Für Menschen, die ihren Vitamin-C-Bedarf über pflanzliche Quellen decken wollen, ohne auf Zitrusfrüchte angewiesen zu sein, sind Pimentos de Padrón eine attraktive Option. Auch im Kontext kalorienarmer Ernährung bieten sie durch ihren geringen Energiegehalt und den vergleichsweise guten Nährstoffgehalt ein gutes Verhältnis. Für vegane und vegetarische Ernährungsweisen sind sie außerdem problemlos geeignet und liefern durch den erhöhten Vitamin-C-Gehalt einen Beitrag zur verbesserten Eisenaufnahme aus anderen pflanzlichen Quellen.

Einschränkungen gibt es kaum. Wer empfindlich auf Capsaicin reagiert oder an Reizdarmsyndrom leidet, sollte die Schoten zunächst in kleinen Mengen testen. Nachtschattengewächse können bei entsprechender Unverträglichkeit Beschwerden auslösen, was für Paprika allgemein gilt und keine Besonderheit dieser Sorte ist.

Insgesamt sind Pimentos de Padrón ein gutes Beispiel dafür, dass Genuss und Nährwert kein Widerspruch sein müssen. Als gelegentliche Tapas-Vorspeise fallen die Kalorien durch das Bratöl zwar mehr ins Gewicht als beim rohen Gemüse, aber der Beitrag an Vitamin C, Antioxidantien und Kalium bleibt auch nach dem Braten substanziell.

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